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46. Löwe von Bonn – Gefecht auf allen Ebenen

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Leichtfüßig, immer auf der Hut, angriffslustig, gnadenlos, athletisch, tänzerisch, martialisch, emotional, stolz, eitel. Der „Löwe von Bonn“ ist Pflichtprogramm für die Florettfechter dieser Welt. Entsprechend hochkarätig war das Line-Up beim 46. Weltcup am letzten Sonntag. Und du meine Güte, was habe ich mit diesen Fotos gefochten. Tagelang saß ich vor ihnen, bis endlich der Groschen fiel. Manchmal sieht man eben vor lauter Farben das Sujet nicht mehr.

Jedes Jahr trifft sich die Weltelite der Florettfechter in Bonner Hardtberghalle, um den Weltcup in der Einzel- und in der Mannschaftswertung austragen. Ich habe das Einzel ausgelassen und mich auf die Mannschaftswertung konzentriert. Olympiasieger, Weltmeister, die Top-Teams des Fechtsports kommen dort fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit zusammen. Nicht weil kein Publikum zugelassen wäre, sondern weil diese Sportart wohl nur Insider zum Zuschauen anlockt. Dabei ist Fechten eine der spektakulärsten und vor allem schnellsten Sportarten überhaupt.

Löwe von Bonn – die strengsten Kampfrichter der Welt

Und genau deshalb wollte ich unbedingt dort hin. Die Canon 1D X Mark II sollte endlich mal zeigen was sie wirklich kann. Neben ihr hatte ich mein Lieblingsweitwinkel, die 5Ds R und das 70-200er 1:2,8L in der in der Tasche. Beim besonders schnellen Florett-Fechten sind viele Aktionen mit bloßem Auge nicht zu sehen. Deshalb wusste ich schon im Voraus, dass die 5Ds R nur für die Stimmung und nicht für die Aktion zuständig sein würde. Hier gilt übrigens meine Bewunderung den strengsten Kampfrichtern der Welt – wie ich sie nenne -, die durchaus in der Lage sind, Treffer von nicht Treffer ohne Videobeweis zu unterscheiden.

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Ich durfte mich ganz nahe an den sechs Planchen bewegen, auf denen die Nationalmannschaften gleichzeitig um die Plätze fochten. Die Hintergründe waren extrem unruhig, sehr starkfarbig und irgendwie nicht so, wie ich es mir erhofft hatte. Lediglich zum Finale USA gegen Korea wurden schwarze Vorhänge gespannt, vor denen sich die Fechter perfekt abhoben.

Schöne Farben, störende Farben

Bei der Durchsicht der Bilder war ich zunächst von den Farben begeistert, aber dann fiel ich in ein Loch, denn nur ein paar wenige Fotos konnten mich richtig packen. Tagelang lief ich Rillen in unsere Fliesen, weil ich ihren Knackpunkt nicht finden konnte. Immer und immer wieder schaute ich sie durch, bis endlich der Groschen fiel. Der Hintergrund ist nicht dein Feind, sondern dein Freund! Er bringt den Fotos Tiefe. Aktion im Vordergrund, im Mittelgrund und wahlweise im Hintergrund. Vergiss die Farben, achte auf die Bildebenen! Und plötzlich ging alles ganz flüssig.

Fechten stand schon lange auf meiner fotografischen To-Do-Liste. Meine Mutter war in ihrer Jugend im Fechtsport aktiv. Ihre Maske und ihr Florett standen lange in unserem Treppenaufgang. Leider weiß ich nicht, wo sie abgeblieben sind. Mein kurzes Intermezzo in einem Fechtkurs für erwachsene Anfänger ist im Grunde nicht der Rede wert. Aber zumindest kann ich mich ein bisschen in das Training im wahrsten Sinne einfühlen. Von Kindesbeinen an, bis und noch während meines Studium habe ich immer Leistungssport betrieben, aber niemals in meinem Leben hatte ich so einen brutalen Muskelkater, wie nach dem ersten Fechttraining. Treppen rauf kam ich, aber nicht mehr runter.

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