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Alarmstufe Rot – Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

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Du musst deinen Hund lesen können! Diesen Satz beten Millionen Hundetrainer und solche, die es gerne wären, Hundepsychologen und solche, die es gerne wären Tag ein Tag aus hinunter. Duuu, wenn du deinen Hund lesen kannst, nöö, dann seid ihr eine Einheit im Geiste.

Wenn diese Hundeversteher ihren Jüngern auch noch erklären würden, wie sie was zu lesen haben, dann würde da auch voll ein super Schuh draus. Nur leider setzen sie zu oft auf das gute Feeling: Duuu, das wird dir dein Tier schon kommunizieren. Du musst dich in deine Fellnase einfühlen, nö, dann sprecht ihr auf einer höheren Ebene miteinander. (Ich kann nicht glauben, dass ich das Wort Fellnase tatsächlich geschrieben habe.)

Kurz vor dem Abzwitschern. Hier ist ein Rückruf dringen nötig.

 

Fühl dich mal ein, dann klappt das schon!

Im Grunde ist das so, als setzte man einem deutschen Native Speaker ein Buch in Altgriechisch mit der Bemerkung vor: Du fühlst dich da schon ein, nö!

Mit dem Altgriechisch geht das nicht ganz so schnell, doch kurze, knappe Erklärungen würden zumindest den Fellnasenbegleiter – Besitzer sagt man ja nicht – enorm weiter bringen im Lesen eben jenes Geschöpfes, das er ein Stück weit begleiten darf. Ich versuche das mal.

  1. Wenn sich dein Augenstern zum Beispiel in Gestalt eines Malinios-Rüden steif macht, entgegenkommende Hunde fixiert und dann auf gleicher Höhe angekommen in die Leine springt und komplett ausrastet, dann will er nicht spielen. Dann hört er auch nicht, wenn du säuselst: Ja ja, wieder große Fresse! Er will das dann gar nicht hören. In diesem Falle redet ihr schlicht aneinander vorbei. Du willst nicht sehen, dass dein Augenstern ein Drecksack ist. Dein Drecksack findet es super, dass er auch weiterhin ein Drecksack sein darf. Ihr habt auf eurer höheren Ebene also sehr laute Störgeräusche.

  1. Wenn deine Fellnase (es tut fast nicht mehr weh) dir den Hintern zudreht und im Gebüsch verschwindet, obwohl du ihr gerade deinen Wunsch kommuniziert hast, sie möchte doch bitte bei dir bleiben, dann lotet sie nicht eure Aura aus, sondern ist schlicht und ergreifend weg. Eure Aura ist ihr dann scheiß egal. Offensichtlich ist das, was du ihr zu erzählen pflegst strunz öde. Deshalb sucht sie sich eine spannendere Aura. Mit Kaninchen kann man auch prima abhängen. Zumindest labern die nicht ganz so viel.

Alarmstufe Rot! Die läufige Hündin im Funkloch

  1. Eine läufige Hündin ist eine läufige Hündin. Egal welcher Rasse sie anzugehören geruht. In den Stehtagen macht sie selten einen Unterschied zwischen Jack-Russel Terrier und Bullmastiff. Und wäre sie zufällig ein Bullmastiff, dann würde sie dem Jack-Russel Terrier mit großer Freude eine Leiter anreichen. Noch nicht einmal auf eurer höchsten Kommunikationsebene wirst du deiner hochläufigen Fellnase (langsam gewöhne ich mich daran) einflüstern können, dass sie sich doch bitte nur Artgenossen ihrer Rasse zur Begattung auszusuchen hat.Wenn du sie von der Leine lässt, dann reißt mit ihr eure Leitung ab. Ihr habt dann kein Netz bzw. sie geht einfach nicht ans Rohr. Aus hundert Metern Entfernung zu brüllen: Nein, meine Süße, das ist die falsche Rasse! kommt bei ihr schlicht nicht an. Eine Hündin in den Stehtagen erkennt man übrigens daran, dass sie Rüden gegenüber unangemessen aufdringlich ist und ihre Rute auffällig zur Seite dreht. Dieses Verhalten müsste jeder Depp lesen können. Ja, auch du mit der Pekinesenfellnase, die eigentlich nur Chinesisch spricht.

Standheiße Hündin? Nehm ich!

  1. Wenn deine einstmals als Welpe so süße Fellnase – hier in Gestalt eines handlichen Windhundmischlings – nun erwachsen ist und noch immer nicht locker und ordentlich an der Leine läuft, dann hat sie keine überbordenden Expansionsgedanken. Dann ist sie auch kein außergewöhnlicher Freigeist, wie du es ihr auf der Basis deines gefährlichen Halbwissens über Windhunde unterjubeln willst. Nein, sie hat es einfach nicht gelernt. Freilauf? Himmel, nein! Dann müsstest du mir ihr ja noch ein Gespräch über das Zurückkommen an sich und im Besonderen führen. Stattdessen – das ist jetzt gar nicht witzig – zwingst du das arme Wesen erst in ein vollkommen überdimensioniertes Halti und dann in ein Geschirr, dessen dünne Kordeln bei Zug scharf unter den Fellnasenachseln einschneiden. Das Schreien deines vierbeinigen Begleiters ist kein Jubel über die Begegnung mit anderen Fellnasen. Das Schreien drückt Schmerz aus. Wenn du schon nicht lesen kannst, hören kannst du ja wohl. Jetzt mal ganz unentspannt, ich könnte jedes Mal kotzen, wenn ich dir und deinem zum Rollbraten verschnürten Opfer begegne.

Schuld sind immer die anderen

  1. Jetzt bist du aber nicht schuld! Der andere hat angefangen. Das versteht dein Cattle Dog nicht, wenn er gerade dicke Löcher in einen überaus defensiven und komplett harmlosen Chihuahua gebissen hat. Du sprichst eine für ihn fremde Sprache. Du hättest auch Blablabla oder Donald Trump ist ein aufgeblasener Idiot sagen können. Er checkt das einfach nicht. Houston, er hat hier ein Problem. Wenn aber Houston nicht das allzeit verlässliche Houston, sondern ein chaotischer Haufen grenzdebiler Flyovers ist, dann kann der Hund nix dafür. Dann ist Alarmstufe Rot. Empfänger sucht Sender. Immer das gleiche doofe Problem.

Ich nix verstehen!

  1. Wenn dein vier Jahre alter Cairn Terrier kaum hundert Meter laufen kann, weil die kleinen Beinchen seine unfassbar tief hängende Wampe nicht tragen können, dann hilft es nicht, seinen schrundigen Bauch mit Salbe einzuschmieren, damit selbiger leichter über den Schotter gleitet. Noch weniger hilft es, einen Kinderwagen anzuschaffen – kein Scherz -, um das Tierchen in den naheliegenden Park zu chauffieren. Und wenn dir deine süße, kleine Terrierfellnase aus dem Wägelchen heraus mitteilt, dass es gerne einen Snack für den Weg hätte, weil sie sonst schlagartig und sofort ins Hungerkoma fällt, dann nimmst du mal nicht ab. Durchzug, kein Amt, kein Netz, allgemeiner Kommunikationsabbruch auf allen Ebenen. Lies deinen Hund, du dumme Kuh! Er ist nicht faul, er ist nicht gemütlich, er ist fett.

4 Kommentare

  1. !!! Achtung Ironie !!!

    Liebe Karla,
    Es tut mir leid das sagen zu müssen, aber Du hast ja leider überhaupt keine Ahnung! Wer heute noch mit seinem Hund spricht, der ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Der Trend geht ganz klar in Richtung „mentale Kommunikation“. Wozu noch reden wenn Du Deine Gedanken per Telepathie auf Deine Hunde übertragen kannst? Da solltest Du Dich bitte einmal schlau machen.

    Schönes Wochenende 😀😀😀
    LG Wolfhart

    • Jajajaja, schau dir mal den Link auf „Fellnasen“ an! Das Gespräch mit einem verstorbenen Hund gibt es schon für 85 Euro Energieausgleich. 😉

      Entspannte Grüße

      • Ach du sch… Ich dachte das wäre ein interner Link… Offensichtlich geht es doch immer noch eine Spur bekloppter…
        Ich nehme hiermit alles zurück und behaupte das Gegenteil 🤗
        LG Wolfhart

        • Ich hätte echt Lust, 85 Euro springen zu lassen, damit sich die Dame mal mit dem lieben Mr.Clark unterhält. So wie ich den Hund kannte und liebte, wird er ihr ein paar Takte erzählen. „Wer bist du? Was willst du? Mit Fremden spreche ich nicht!“ Ich würde zu gerne hören, was er mir aus den ewigen Jagdgründen zu erzählen hat bzw. was die Tante sich dazu ausdenkt. Das wäre ein richtig großer Spaß.

          Entspannte Grüße

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